Schwerpunkt Musik
Eine Werkstatt der Sinne- 3Stunden pro Woche für jedes Kind

 

Von der schleichenden Verdrängung der Musik aus dem Leben unserer Kinder

 


In einem von visuellen Eindrücken geprägten Lebensraum unserer Kinder sieht sich jeder Elementarlehrer mit verbreiteten Defiziten im Wahrnehmungs- und Konzentrationsbereich vieler Schulkinder konfrontiert.

Immer häufiger finden wir mangelnde Erziehung zur Identität, vernachlässigte Sinnesentwicklung. Fernsehen, Playstation, Gameboy, Computerspiele, Werbung und andere übermächtige Reize überschwemmen und überfordern unsere Kinder täglich.

Auch die Musik wurde vielfach zum Konsumgut, dient allzu oft der Zer – Streuung und verliert immer mehr ihre Bedeutung als hervorragendes Medium der Persönlichkeitsbildung.

Nach beinahe 20 Jahren Erfahrung Unterrichtsarbeit mit musikalischem Schwerpunkt treten viele Perspektiven für neue Lernwege in Verbindung mit Musik klar zutage.

Der harmonische Wechsel zwischen musisch – kreativer Tätigkeit und angemessener Belastung darf mit Sicherheit als Auslöser entscheidender Entwicklungsprozesse gesehen werden.

Beim täglichen Musizieren steht nicht das Vorzeigbare im Vordergrund, sondern der vielschichtige Prozess der Identitätsfindung des Kindes.

Neben der Anbahnung und Erlangung der persönlichen Ausdrucksfähigkeit, der Eigenwahrnehmung wird mit Hilfe der Musik vertrauensvoll, behutsam und zärtlich der Zugang zum Du, zur Gemeinschaft und schließlich zur Umwelt aufgebaut.

Die Fähigkeit, Kontakt zu suchen, anzunehmen oder zu verweigern, wird vielfach erst durch musikalisches Tun, das kinderleicht aufbereitet wurde und jedem Kind seinen ganz speziellen Zugang zur Musik ermöglicht, entwickelt.

Fühlt sich das eine Kind mehr von der Melodie oder dem Text angesprochen, so erlebt ein anderes den Rhythmus oder die Bewegung freudvoll. Wichtige Kanäle eröffnen sich auch beim Instrumentalspiel, beim Malen zu Musik, beim Erfinden eigener Melodien oder einfach durch aktives Musikhören und Erfühlen ohne Einschränkung.

Musik als Therapie ist auf dem Gebiet der Behandlung körperlicher und geistiger Behinderungen längst erkannt. Welche Fülle an Möglichkeiten hält sie doch für das normal entwickelte Kind bereit!

Kurt Pahlen meint:
„Wo in Geist und Seele kein Wort, kein Vorbild, keine Geste hinreicht, durchstößt oft die Musik noch Mauern und Hindernisse, die für alles andere undurchdringlich sind.“

Bei verhaltensoriginellen Kindern, die allesamt krank an der Seele sind, vermag Musik so manches kindliche Trauma zu mildern, Einsamkeiten zu überwinden, böse Erfahrungen in den Hintergrund zu drängen und Verständnisdefizite durch intensivierte Gefühlstätigkeit auszugleichen.

Lernen mit Musik bedeutet für alle Lernen ohne Grenzen, ohne Bedingungen, ohne Beschränkung, ohne Zulassungsbeschränkung – täglich ein hoffnungsvoller Neubeginn.

Achten wir auf die Einfachheit der Schritte, auf die ermutigende Haltung – schenken wir den Kindern Musik als Heimat der Seele!

Neueste Erkenntnisse der Gehirnforschung messen der musisch ästhetischen Erziehung größte Bedeutung zur Harmonisierung der Hemisphären bei.

Besonders bedeutsam erscheint in diesem Zusammenhang die Pflege des mehrmedialen Musizierens zu sein.
Darunter ist ein Wahrnehmungstraining zu verstehen, das den gesamten Körper durch Wort, Melodie, Instrumentalmusik, kreative Bewegungsgestaltung einbezieht und ein optimales Zusammenspiel von Körper, Geist und Seele erlaubt.

Die Auswirkungen auf den kognitiven Lernprozess liegen klar auf der Hand:
Die optimale Sinnesschulung, die Übung der Koordination, der Konzentration, des Raum- und Proportionsempfindens wirken durch die Harmonisierung des gesamten Menschen segensreich auf Spracherwerb, Schrift, bildnerische, mathematische und vor allem soziale Fähigkeiten.

Die Zusammenarbeit mit unserer örtlichen Musikschule ist uns wichtig! 
MusiklehrerInnen kommen in die Schule, stellen sich und ihre Instrumente vor, die Vielfalt der von den Kindern gewählten Instrumente beleben unseren Musikunterricht, wecken den Wunsch, selbst eine Instrument zu spielen, ermöglichen Ensemblemusizieren auf hohem Niveau im Rahmen der UVÜ Spielmusik. Ein Stimmbildner begleitet gemeinsam mit der Lehrerin unsere Kinder in der UÜ Chorgesang. Mit viel Spaß wird die Kinderstimme geformt, die Mehrstimmigkeit herangeführt und traditionelles Liedgut vermittelt.

Die Musikschule wiederum beginnt ihre Arbeit mit in der VS musikalisch motivierten, gut vorbereiteten Kindern.

Das Wunderland Musik ist unendlich. Jeder Weg dorthin ist richtig, solange er ein gemeinsames Ziel verfolgt:

· Bildung des Herzens und der Seele
· Schärfung der Sinne
· Stärkung der Erlebnisbereitschaft
· Leben in der Gemeinschaft
· Angstfreiheit
· Lebensfreude

 

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